Einschränkung oder Ausweitung der Casino Spiele in Italien?

Dieser Tage wird in Deutschland und auch in Italien intensiv diskutiert über Glücksspiel und dabei stellen die Politiker und Verbände vor allem das problematische Zocken in den Vordergrund. Zwar leiden an Spielsucht die allerwenigsten Besucher einer Slot Bude, aber egal, zumindest lässt sich das auswälzen und auf diese Weise ganz nebenbei auch private Konkurrenz für die staatlichen Spielbanken kaltstellen. In Italien erwirtschaften diese mehr als 10 Milliarden Euro im Jahr und um diese Melkkuh weiter auszuquetschen, trafen sich neulich in der Hauptstadt Rom die Regionalfürsten. Wie geht es also weiter mit den Casino Spielen zwischen Mailand und Palermo?

Streitpunkte beim Glücksspiel

Bei der Konferenz von Staat und italienischen Regionen wurde deutlich gemacht, dass man vor allem formale Aspekte verändern möchte. So ist beispielsweise zu klären, was überhaupt als Spielhalle oder eben Slot Etablissement durchgeht, schließlich finden sich auf dem Stiefel die Automaten quasi überall, sie stehen in der Kneipe, in der Bar, ja selbst im Geschäft für Tabak und Getränke! Das sind natürlich keine Spielotheken und es mangelt am Schutz der Spieler.

Auch die eigentliche Verteilung dieser Spiel Orte steht zur Disposition. Hier will jeder Landesrat künftig mitreden und man darf gespannt schauen, ob hier Regierung und Regionen eine Lösung finden, die am Ende nicht wieder das Glücksspiel als Sündenbock hinstellt. Eine Entscheidung ist für September 2017 angedacht, steht also kurz bevor und es lohnt sich der Blick auf die besonders aktiven Regionen.

Südtirol gegen Casino Spiele?

Soweit sollte man nicht gehen, aber die dortigen Vertreter taten sich auf dem Treffen besonders hervor und forderten eine massive Verbesserung des Spielerschutzes. Es sollen nicht nur die Spielotheken selbst beschränkt werden, am besten wie in Deutschland, was natürlich ziemlich absurd erscheint, zugleich möchte die Südtiroler Landesrätin gern auch die Öffnungszeiten radikal zusammenstreichen. Hier wird dann auch von Jugendschutz geredet und es ist bezeichnend, wenn auch in Italien vorhandene Gesetze nicht umgesetzt und zugleich deren Verschärfung gefordert wird!

Angewiesen ist Rom auf die Einnahmen aus den Casino Games auf jeden Fall, das Land ist wirtschaftlich schwach und erholt sich im Zuge der Euro Krise nur langsam. Rund die Hälfte der erwähnten 10 Millionen Euro entfallen auf Slot Machines. Wenn nun also beispielsweise ein Mindestabstand von 300 Meter bis zur nächsten Zockerbude eingehalten werden soll, dann wird das wohl zum Absinken der Einnahmen führen und es ist längst nicht ausgemacht, ob dadurch auch die Spielsucht zurückgeht! Im Internet warten auch italienische Online Casinos und wenn die Spielhalle um die Ecke schließt, dann zocken Spielsüchtige im Netz weiter, ohne Schutz und völlig ohne Kontrolle. Warum wird hier kein rechtlicher Rahmen gesteckt, mit Spielerschutz und Einnahmen in gleichem Maße?